Die Verwaltung von Sprachpaketen in Microsoft Office kann manchmal ganz schön nervig sein. Egal, ob man eine neue Sprache hinzufügen, die Standardsprache ändern oder Installationen auf mehreren Rechnern durchführen möchte – es ist oft ziemlich verwirrend. Warum das alles so unübersichtlich ist, ist mir ein Rätsel, aber nun gut. Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die Sprachen manuell hinzufügen, die Bereitstellung mit dem Office-Bereitstellungstool automatisieren oder Richtlinien per Gruppenrichtlinie festlegen möchten – kurz gesagt: an alle, die Office möglichst unkompliziert in der gewünschten Sprache nutzen wollen. Denn die richtigen Sprachwerkzeuge können die Produktivität enorm steigern und die Arbeit beim Bearbeiten und Formatieren in Fremdsprachen deutlich erleichtern.
Mit diesen Schritten können Sie Ihre Office-Spracheinstellungen hinzufügen oder ändern, egal ob Sie einen einzelnen Rechner verwenden oder eine ganze Rechnerflotte verwalten. Rechnen Sie mit ein paar Anpassungen und eventuell ein oder zwei Neustarts, aber nach der Ersteinrichtung ist es in der Regel unkompliziert. Und falls es nicht sofort klappt, gibt es immer Umgehungslösungen oder alternative Methoden. Manchmal macht Office eben einfach Probleme.
So beheben Sie Probleme mit den Microsoft Office-Spracheinstellungen
So installieren und ändern Sie die Microsoft Office-Sprache manuell
Diese Methode eignet sich gut, wenn Sie in Ihrer bestehenden Office-Installation lediglich eine Sprache hinzufügen oder ändern möchten. Sie ist hilfreich, wenn nur wenige Benutzer eine andere Sprache benötigen oder wenn Sie ein Problem mit einem bestimmten Rechner beheben müssen. Laden Sie einfach das Sprachpaket herunter, installieren Sie es und stellen Sie anschließend die Office-Oberfläche auf die gewünschte Sprache um. In der Regel sind keine Administratorrechte erforderlich, es sei denn, Sie installieren das Paket für alle Benutzer. Diese Methode ist ideal für schnelle Problemlösungen.
- Öffnen Sie eine beliebige Office-Anwendung (z. B.Word) und gehen Sie dann zu Datei → Konto → Info, um Ihre Office-Version und deren Bit-Architektur zu überprüfen. Handelt es sich beispielsweise um eine 32-Bit- oder eine 64-Bit-Version? Dies ist wichtig für den Download des Sprachpakets.
- Gehen Sie zur Supportseite von Microsoft, wählen Sie Ihre Office-Version und die gewünschte Sprache aus. Laden Sie das passende Sprachpaket (32- oder 64-Bit) herunter. Manchmal ist der Download-Link etwas versteckt, daher ist Geduld gefragt.
- Führen Sie die
OfficeSetup.exeDatei nach dem Herunterladen aus. Die Installation erfolgt automatisch im Hintergrund, indem die benötigten Dateien vom Microsoft CDN heruntergeladen werden. Je nach Ihrer Internetverbindung kann dies einen Moment dauern. - Nach der Installation öffnen Sie eine Office-Anwendung und gehen dann zu Datei → Optionen → Sprache. Dort wird Ihre neue Sprache angezeigt, sodass Sie sie als Standardsprache für die Benutzeroberfläche oder die Bearbeitung festlegen können.
- Starten Sie die App abschließend neu und prüfen Sie, ob die Benutzeroberfläche auf Ihre neue Sprache umgeschaltet hat. Manchmal hilft auch ein Neustart von Office oder sogar des PCs, insbesondere wenn Office sich hartnäckig hält.
Beachten Sie: Bei der Verwaltung mehrerer PCs wird die manuelle Vorgehensweise schnell mühsam. Hier kommen das Office-Bereitstellungstool und Gruppenrichtlinienobjekte (GPOs) ins Spiel.
Verwendung von PowerShell zum Überprüfen installierter Sprachpakete
Wenn Sie sehen möchten, was bereits installiert ist oder Änderungen bestätigen möchten, kann Ihnen PowerShell helfen.Öffnen Sie auf einem Rechner PowerShell und führen Sie folgenden Befehl aus:
Get-Item "HKCU:\SOFTWARE\Microsoft\Office\16.0\Common\LanguageResources\EnabledEditingLanguages"
Hier werden alle aktiven Bearbeitungssprachen aufgelistet. Um zu überprüfen, welche Benutzeroberflächensprache in Office eingestellt ist, versuchen Sie Folgendes:
(Get-ItemProperty HKCU:\SOFTWARE\Microsoft\Office\16.0\Common\LanguageResources).UILanguageTag
Hinweis: Ersetzen Sie dies 16.0durch Ihre Office-Versionsnummer, falls abweichend (z. B.15.0 für Office 2013).Die Überprüfung dieser Registrierungseinträge hilft Ihnen festzustellen, ob Office Ihr neues Sprachpaket erkennt oder ob es nur darauf wartet, aktiviert zu werden.
Zusätzliche Sprachpakete mit dem Office-Bereitstellungstool (ODT) bereitstellen
Dies ist für Anwender gedacht, die Office auf mehreren Systemen installieren oder wenn eine manuelle Installation unpraktisch ist. Mit ODT lassen sich Sprachpaketinstallationen über eine Konfigurations-XML-Datei automatisieren. Etwas technisch, aber nach der Einrichtung läuft alles reibungslos.
- Laden Sie das Office-Bereitstellungstool (ODT) herunter und extrahieren Sie es. Speichern Sie die extrahierten Dateien an einem leicht zugänglichen Ort, z. B.in Ihrem Browser
C:\ODT\. - Erstellen Sie eine XML-Datei (z. B.
add-language.xml) mit folgender Grundstruktur:
<Configuration> <Add Version="MatchInstalled"> <Product ID="LanguagePack"> <Language ID="de-de" /> </Product> </Add> <Display Level="None" /> </Configuration>
Um mehrere Sprachen hinzuzufügen, fügen Sie einfach weitere <Language ID="fr-fr" />Zeilen hinzu. Wenn Sie die Sprache der Windows-Benutzeroberfläche übernehmen möchten, tauschen Sie die entsprechenden Zeilen aus Language ID="MatchInstalled".
Setup.exesich die Datei befindet, und führen Sie dann folgenden Befehl aus:Setup.exe /configure add-language.xml
Dieser Befehl startet den Download und installiert Ihr Sprachpaket im Hintergrund. Bei der gleichzeitigen Installation mehrerer Sprachen kann dies einige Minuten dauern. Sie können eine Sprache auch entfernen, indem Sie eine ähnliche XML-Datei mit entsprechenden <Remove>Tags erstellen.
Ändern der Office-Spracheinstellungen mit Gruppenrichtlinien
Wenn Sie eine Domäne verwalten und einheitliche Spracheinstellungen für alle Benutzer wünschen, ist Gruppenrichtlinienobjekt (GPO) die richtige Lösung. Für ein paar Laptops mag das etwas übertrieben sein, aber in größerem Umfang sorgt es für Konsistenz ohne manuelle Anpassungen.
- Laden Sie die administrativen Vorlagendateien von Microsoft Office ( Office GPO-Vorlagen ) herunter und kopieren Sie sie in Ihren zentralen Speicher.
- Erstellen Sie ein neues Gruppenrichtlinienobjekt (GPO), verknüpfen Sie es mit den Benutzerorganisationseinheiten und öffnen Sie die Gruppenrichtlinienverwaltungskonsole ( gpmc.msc).
- Navigieren Sie zu Benutzerkonfiguration -> Richtlinien -> Administrative Vorlagen -> Microsoft Office 2016 (oder Ihre Version) -> Spracheinstellungen.
- Legen Sie unter „Menüs und Dialogfelder anzeigen“ Ihre bevorzugte Anzeigesprache fest. Wählen Sie außerdem die standardmäßige primäre Bearbeitungssprache aus.
- Aktualisieren Sie Ihre Client-Rechner
gpupdate /force. Die Office-Oberfläche sollte nach der Aktualisierung umschalten, manchmal hilft aber auch ein Neustart.
Für Office 365 können Sie die Benutzersprachenpräferenzen auch über PowerShell-Befehle wie die folgenden festlegen:
Get-MsolUser -UserPrincipalName [email protected] | Set-MsolUser -PreferredLanguage "de-DE"
Werden Benutzer aus einem lokalen Active Directory synchronisiert, aktualisieren Sie einfach preferredLanguagedas Attribut für AD-Benutzer mit PowerShell. Die Einstellung wird dann bei der Synchronisierung übernommen. So bleiben die Sprachpräferenzen sowohl in Ihren Cloud-Diensten als auch in Ihren Desktop-Anwendungen einheitlich.
Zusammenfassung
- Laden Sie Sprachpakete manuell über die Supportseiten von Microsoft herunter und installieren Sie sie.
- Verwenden Sie PowerShell, um anzuzeigen, was installiert ist oder um Probleme zu beheben.
- Automatisieren Sie die Bereitstellung mit dem Office-Bereitstellungstool und benutzerdefinierten XML-Konfigurationen.
- Legen Sie Standardsprachrichtlinien über Gruppenrichtlinienobjekte (GPO) fest, um eine domänenweite Konsistenz zu gewährleisten.
Zusammenfassung
Das Ganze kann anfangs etwas verwirrend wirken, aber sobald man den Dreh raus hat, geht es eigentlich nur noch darum, die richtigen Knöpfe zu drücken oder ein paar Dateien zu bearbeiten. Manuelle Korrekturen funktionieren gut, wenn man nur ein oder zwei Rechner bearbeitet, aber bei größeren Systemen spart die Automatisierung eine Menge Ärger. Denn Office und Windows machen es einem ja nicht immer leicht. Hoffentlich helfen Ihnen diese Tipps, Ihre Spracheinstellungen optimal anzupassen, damit in Zukunft alles reibungsloser läuft.