Das Hochladen großer Ordner – beispielsweise 500 MB oder mehr – kann sich endlos anfühlen. Der Fortschrittsbalken bewegt sich kaum, und man fragt sich schon, ob die Internetverbindung den Geist aufgibt. Tatsächlich liegt es aber nicht an der Verbindung, sondern daran, wie OneDrive Uploads handhabt. Selbst wenn der Geschwindigkeitstest gute Werte anzeigt, kann die Desktop-App im Hintergrund die Übertragungsgeschwindigkeit drosseln. Das ist extrem frustrierend, da die Webversion – onedrive.com – oft deutlich schneller lädt, selbst bei gleicher Verbindung. Daher lohnt es sich, zu wissen, wie man OneDrive optimiert oder seine Einschränkungen umgeht.
So beschleunigen Sie Ihre OneDrive-Uploads unter Windows
Lösung 1 – Entfernen Sie die Upload-Geschwindigkeitsbegrenzung in den OneDrive-Einstellungen
Das ist ein Klassiker. OneDrive hat oft eine standardmäßige Bandbreitenbegrenzung aktiviert, die Ihre Upload-Geschwindigkeit auf wenige MB/s reduziert. Wenn Sie Ihr Netzwerk überprüft haben und alles in Ordnung ist, drosselt die App möglicherweise selbst. Glücklicherweise können Sie diese Begrenzung deaktivieren oder zumindest erhöhen.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das OneDrive-Symbol in Ihrer Taskleiste (unten rechts, neben der Uhr).
- Klicken Sie auf das Zahnradsymbol und wählen Sie „Einstellungen“.
- Wechseln Sie zum Tab „Netzwerk“. Falls kein separater Tab angezeigt wird, suchen Sie nach einem Kontrollkästchen oder Schalter mit der Bezeichnung „ Upload-Rate begrenzen“.
- Stellen Sie die Upload-Rate-Begrenzung auf „ Aus “. Falls sie bereits deaktiviert ist, versuchen Sie einen kleinen Trick: Stellen Sie sie auf einen hohen Wert wie 99999 KB/s und anschließend wieder auf „ Nicht begrenzen“. Seltsamerweise berichten einige Benutzer, dass dadurch die Drosselung intern zurückgesetzt wird – Windows macht es einem ja gerne unnötig schwer.
- Klicken Sie auf OK und prüfen Sie, ob sich die Situation verbessert.
Wenn das nicht geholfen hat, sollten Sie die allgemeinen Drosselungseinstellungen der App auf der Microsoft-Supportseite überprüfen oder die App sogar zurücksetzen (siehe Lösung 4).Bei manchen Systemen werden diese Grenzwerte nach Updates oder Änderungen zurückgesetzt.Überprüfen Sie sie daher regelmäßig.
Lösung 2 – Stattdessen über den Browser hochladen
Wenn es gerade auf Geschwindigkeit ankommt, sollten Sie die Desktop-App am besten ganz umgehen. Die Browserversion – onedrive.com – drosselt die Upload-Geschwindigkeit nicht, sodass Uploads mit voller Geschwindigkeit erfolgen (vorausgesetzt, Ihre Internetverbindung ist ausreichend).Das ist besonders praktisch für große Dateien oder Datenmengen, die schnell hochgeladen werden müssen.
- Öffnen Sie Ihren bevorzugten Browser und gehen Sie zu onedrive.com.
- Melden Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto an.
- Navigieren Sie zu dem Ordner, in dem Sie die Dateien speichern möchten. Klicken Sie oben auf „Hochladen“ und wählen Sie dann „Dateien“ oder „Ordner“.
- Wählen Sie Ihre Dateien oder Ordner aus und legen Sie los. Die Geschwindigkeit sollte hier deutlich besser sein, da der Webclient die Übertragungsrate nicht drosselt.
Im Vergleich zur Desktop-App ist diese Version bei einer guten Verbindung bis zu zehnmal schneller. Die Unzuverlässigkeit der App ist zwar etwas merkwürdig, aber immerhin hat man Alternativen.
Lösung 3 – OneDrive zurücksetzen, um hängengebliebene oder langsame Uploads zu beheben
Falls Uploads plötzlich langsamer werden oder die App sich ungewöhnlich verhält, kann ein Zurücksetzen eventuell hängengebliebene Dateien oder Cache-Probleme beheben. Es handelt sich dabei nicht um eine vollständige Neuinstallation, sondern lediglich um ein kurzes Zurücksetzen.
- Drücken Sie diese Taste, Windows + Rum „Ausführen“ zu öffnen.
- Geben Sie den Text ein
%localappdata%\Microsoft\OneDrive\onedrive.exe /resetund drücken Sie die Eingabetaste. Beobachten Sie, wie das Symbol für kurze Zeit aus der Taskleiste verschwindet – das ist normal. - Wenn nach einer Minute nichts angezeigt wird, öffnen Sie erneut „Ausführen“ und geben Sie Folgendes ein,
%localappdata%\Microsoft\OneDrive\onedrive.exeum es manuell neu zu starten. - Prüfen Sie, ob sich Ihre Upload-Geschwindigkeit erhöht. Manchmal lassen sich dadurch Probleme mit einer blockierten Warteschlange oder einem beschädigten Cache beheben.
Lösung 4 – Überprüfen Sie Ihr Netzwerk auf Bandbreitendiebe.
Andere Apps oder Geräte könnten unbemerkt Ihre Upload-Bandbreite beanspruchen. Dinge wie Backup-Tools, Steam-Uploads oder sogar Videostreaming können Ihre Geschwindigkeit erheblich beeinträchtigen.
- Öffnen Sie den Task-Manager mit Ctrl + Shift + Esc.
- Klicken Sie im Reiter „Leistung“ auf „Netzwerk“, um zu sehen, wer welche Ressourcen nutzt.
- Suchen Sie nach anderen Apps oder Hintergrundprozessen, die Daten hochladen – pausieren oder schließen Sie diese nach Möglichkeit.
- Vergiss nicht, auch andere mit deinem WLAN verbundene Geräte zu überprüfen. Lädt jemand gerade Dateien per Torrent herunter oder lädt Fotos hoch? Ja, das verbraucht deine wertvolle Upload-Bandbreite.
Lösung 5 – Eine getaktete Verbindung umschalten (Es stellt sich heraus, dass dadurch die Bandbreitenprioritäten zurückgesetzt werden können)
Das mag etwas seltsam klingen, aber das Umschalten des Netzwerkverbindungstyps kann Abhilfe schaffen. Windows überprüft manchmal die Bandbreitenprioritäten neu, wenn Sie zu einer getakteten Verbindung wechseln und wieder zurück.
- Öffnen Sie die Einstellungen ( Windows + I) und gehen Sie zu Netzwerk & Internet.
- Wählen Sie Ihr aktuelles Netzwerk (WLAN oder Ethernet).
- Schalten Sie den Zähleranschluss ein.
- Warten Sie etwa 30 Sekunden, dann schalten Sie es wieder aus.
Das ist zwar keine Garantie für eine Lösung, aber einige Nutzer berichten von schnelleren Startgeschwindigkeiten. Ich weiß nicht genau, warum es funktioniert, aber einen Versuch ist es wert.
Weitere Tipps für schnellere Uploads
- Überprüfen Sie stets die Upload-Limits Ihres Netzwerks in den OneDrive-Einstellungen. Diese können nach Updates zurückgesetzt werden.
- Bei großen Uploads empfiehlt sich die Verwendung des Webclients – dieser ist in der Regel schneller als die Desktop-App.
- Schließen Sie alle anderen Synchronisierungsdienste wie Dropbox oder Google Drive, während Sie große Dateien hochladen. Diese konkurrieren um dieselben Netzwerkressourcen.
- Eine kabelgebundene Ethernet-Verbindung bietet in der Regel höhere und schnellere Upload-Geschwindigkeiten als WLAN. Ein Versuch lohnt sich, wenn hohe Geschwindigkeiten entscheidend sind.
Andere fragen auch
Warum ist OneDrive unter Windows 11 so langsam?
Denn – Überraschung! – Microsoft drosselt die Desktop-App häufig. Selbst ohne Begrenzung liegt die Upload-Geschwindigkeit oft bei nur 2–5 MB/s. Der Browser-Upload ist in der Regel deutlich schneller. Wenn Ihnen also Geschwindigkeit wichtig ist, sollten Sie für größere Uploads die Webversion verwenden.
Warum hat sich meine Upload-Geschwindigkeit plötzlich verlangsamt?
Überprüfen Sie zuerst die Upload-Limit-Einstellungen. Wenn diese bereits auf „Nicht begrenzen“ eingestellt sind, verbrauchen möglicherweise andere Anwendungen Bandbreite oder Ihr Netzwerk ist stark ausgelastet. Ein kurzer Blick in den Task-Manager kann hier viele Aufschlüsse geben.
Warum ist OneDrive so langsam?
Das kann passieren, wenn Sie einen sehr großen Ordner hochgeladen haben und dieser noch indiziert wird. Die Verarbeitung bedeutet, dass die Dateien gescannt und für den Upload vorbereitet werden. Manchmal hilft es, etwas Zeit zu warten oder OneDrive neu zu starten.
Hoffentlich beschleunigen diese Tricks Ihre Uploads wieder – denn niemand wartet gerne ewig darauf, dass die Dateien übertragen werden.