Kürzlich machte mein alter USB-Stick plötzlich Probleme und wurde unter Windows als RAW-Datei angezeigt. Windows konnte das Dateisystem nicht mehr erkennen. Normalerweise passiert das, wenn die Partitionstabelle beschädigt oder gelöscht ist oder wenn der Stick defekte Sektoren enthält. Manchmal liegt es einfach daran, dass der Stick nicht richtig formatiert ist, und manchmal deutet es auf einen physischen Defekt am Stick oder seinem Controller hin. In jedem Fall ist er nicht mehr lesbar und wird im Explorer ärgerlicherweise mit der Größe Null angezeigt, was ihn wie defekt erscheinen lässt – aber er ist nicht immer noch zu retten.
Beim Versuch, das Laufwerk zu öffnen, zeigt Windows Fehlermeldungen wie „Sie müssen den Datenträger formatieren“ oder „Das Volume enthält kein erkanntes Dateisystem“ an. Wenn Sie Ihre Daten wiederherstellen möchten, sollten Sie Ruhe bewahren und die Formatierung nicht sofort durchführen. Windows schlägt zwar die Formatierung vor, aber dadurch werden alle Daten gelöscht. Ziel ist es, die Datenstruktur möglichst ohne Datenverlust wiederherzustellen. Die Überprüfung des SMART-Status des Laufwerks mit Tools wie CrystalDiskInfo oder HD Tune ist ein guter erster Schritt, um einen physischen Defekt auszuschließen.
Die einfachste Lösung besteht normalerweise darin, die RAW-Partition zu löschen und sie während einer Formatierung neu zu erstellen. Dabei gehen jedoch alle Daten verloren. Bevor Sie diesen Schritt gehen, versuchen Sie es daher mit intelligenteren Tools. Der integrierte CHKDSK -Befehl ist einen Versuch wert, schlägt aber fehl, wenn das Laufwerk im RAW-Format vorliegt.
chkdsk e: /f
Da CHKDSK nur bekannte Dateisysteme erkennt, funktioniert es nicht auf RAW-Laufwerken – was ärgerlich ist. Falls Ihnen das passiert ist, können Sie alternativ das kostenlose Tool TestDisk verwenden. Es ist das Standardwerkzeug zur Reparatur beschädigter oder verlorener Partitionen ohne Formatierung und läuft unter Windows, Linux und macOS.
Hier ist die grundlegende Vorgehensweise mit TestDisk – zugegeben, etwas kompliziert, aber es funktioniert. Laden Sie die neueste Version herunter, entpacken Sie sie und führen Sie testdisk_win.exe im Modus „Keine Protokollierung“ aus. Suchen Sie dann Ihr Laufwerk, das als RAW angezeigt werden sollte, klicken Sie auf „ Fortfahren“ und wählen Sie den korrekten Partitionstabellentyp. Normalerweise erkennt TestDisk „Intel für MBR“ oder „EFI GPT“, falls Ihre Festplatte im GPT-Format vorliegt. In manchen Fällen müssen Sie jedoch „Keine“ auswählen, wenn die Partitionstabelle fehlerhaft ist.
Wählen Sie anschließend „Analysieren“ und dann „Schnellsuche“. Dadurch wird das Laufwerk nach Partitionen durchsucht. Gefundene Partitionen werden als wiederherstellbar angezeigt. Partitionen mit dem Laufwerksbuchstaben P (grün hervorgehoben) sind in der Regel gut – sie gelten als wiederherstellbar. Partitionen mit dem Laufwerksbuchstaben D sind gelöscht. Verwenden Sie die Pfeiltasten, um die richtigen Partitionen auszuwählen und deren Status bei Bedarf zu ändern.
Ein praktischer Trick bei TestDisk ist die direkte Dateiansicht, mit der sich wichtige Ordner oder Dateien retten lassen. Drücken Sie im Dateiansichtsmodus einfach C, um Dateien auf ein anderes Laufwerk zu kopieren. Sobald Sie mit den ausgewählten Partitionen zufrieden sind, drücken Sie die Eingabetaste und klicken Sie anschließend auf „Schreiben“. Seien Sie hier vorsichtig: Wenn Sie zu früh schreiben, könnten Sie die Partitionstabelle mit falschen Informationen überschreiben. Bei Bedarf können Sie eine Tiefensuche für eine umfassendere Datenwiederherstellung durchführen.
Hinweis: Beachten Sie beim Umgang mit der Systemfestplatte, dass neben Ihrer Windows-Partition weitere Partitionen vorhanden sein können – beispielsweise Wiederherstellungs- oder EFI-Systempartitionen.Überprüfen Sie diese, um das versehentliche Löschen wichtiger Systemdateien zu vermeiden. Falls der Bootsektor beschädigt ist, kann TestDisk ihn mithilfe der Option „Bootsektor wiederherstellen“ reparieren.
Nach einem Neustart stellt das Tool in der Regel die Partitionstabelle und das Dateisystem (meist NTFS oder FAT32) wieder her, sodass Sie wieder auf Ihre Dateien zugreifen können. Es ist zwar ein gewisses Risiko, aber oft klappt es, ohne dass Daten verloren gehen – und darauf kommt es schließlich an.
Manchmal ist es lästig, aber TestDisk kann tatsächlich helfen, eine fast defekte Festplatte zu retten. Eine hundertprozentige Garantie gibt es zwar nicht, aber einen Versuch ist es wert, bevor man alles löscht oder die Festplatte wegwirft.
So beheben Sie das Problem mit RAW-Festplatten in Windows
Methode 1: Partition mit TestDisk wiederherstellen
- Laden Sie TestDisk von der offiziellen Website herunter. Es ist kostenlos und funktioniert auf allen Betriebssystemen.
- Entpacken Sie das Archiv und führen Sie testdisk_win.exe aus. Wählen Sie den Modus „Keine Protokollierung“ (oder „Protokollierung“, falls gewünscht) und suchen Sie dann Ihr als RAW gekennzeichnetes Laufwerk.
- Klicken Sie auf „Weiter“ und wählen Sie dann den Partitionstabellentyp aus – dieser wird häufig automatisch als Intel (MBR) oder EFI GPT erkannt. Falls er nicht korrekt angezeigt wird, wählen Sie „Keine“.
- Klicken Sie auf „Analysieren“ und dann auf „Schnellsuche“. Es werden Partitionen gesucht.
- Drücken Sie die Taste „P“, um die Dateien in den einzelnen Partitionen anzuzeigen. Werden Dateien angezeigt, stehen die Chancen gut, dass Sie diese wiederherstellen können.Ändern Sie bei Bedarf die Partitionsbezeichnungen mit den Pfeiltasten und drücken Sie „Schreiben“, sobald Sie zur Wiederherstellung bereit sind.
- Starten Sie nach Abschluss des Vorgangs Windows neu, um zu prüfen, ob das Laufwerk wieder normal angezeigt wird.
Methode 2: Hardware- und SMART-Status prüfen, bevor man herumexperimentiert.
- Prüfen Sie zunächst den physischen Zustand des Laufwerks. Nutzen Sie Tools wie CrystalDiskInfo oder HD Tune, um die SMART-Daten einzusehen. Ist das Laufwerk physisch defekt oder kurz vor dem Ausfall, helfen Softwarelösungen kaum.
- Wenn das Laufwerk die SMART-Tests besteht, können Sie mit Wiederherstellungstools wie TestDisk oder anderen fortfahren.
Ehrlich gesagt ist der Umgang mit RAW-Festplatten mühsam, aber mit diesen Methoden, insbesondere mit TestDisk, konnte ich schon einige Festplatten retten, die schon fast hinüber waren. Ich weiß zwar nicht genau, warum es manchmal funktioniert, aber es ist einen Versuch wert, bevor man eine neue Festplatte kauft oder, noch schlimmer, Daten für immer verliert. Ich drücke die Daumen, dass es hilft und Sie zumindest Ihren Daten näherbringt, anstatt sie gleich zu formatieren oder auszutauschen.
Zusammenfassung
- Überprüfen Sie den physischen Zustand des Laufwerks mit SMART-Tools.
- Versuchen Sie, CHKDSK auszuführen – schlägt fehl, wenn RAW-Dateien
- Verwenden Sie TestDisk, um Partitionsinformationen zu scannen und wiederherzustellen.
- Gehen Sie beim Schreiben von Änderungen vorsichtig vor, um ein Überschreiben von Daten zu vermeiden.
- Sichern Sie Ihre Daten immer, bevor Sie eine riskante Datenwiederherstellung versuchen.
Zusammenfassung
Die Wiederherstellung eines RAW-Laufwerks ohne Datenverlust ist nicht immer einfach, aber mit den richtigen Tools oft möglich. TestDisk ist in solchen Fällen ein echter Geheimtipp. Denken Sie daran, dass physische Defekte immer noch die eigentliche Ursache sein können. Ignorieren Sie daher nicht die SMART-Datenprüfung. Hoffentlich erspart dies jemandem stundenlanges Herumprobieren mit einem scheinbar defekten Laufwerk – denn manchmal ist es noch nicht wirklich kaputt.