Wenn Sie also mit Windows Server-Clustern experimentieren, insbesondere mit neueren Versionen wie Server 2016 und höher, wird es interessant – mehr Optionen, mehr Komplexität. Früher mussten sich alle Server in derselben Active Directory-Domäne befinden, damit ein Cluster funktionierte, was mitunter mühsam war. Mit den neuesten Versionen ist das deutlich einfacher: Server in verschiedenen Domänen, sogar in Arbeitsgruppen! Ziemlich beeindruckend, aber auch etwas verwirrend, wenn man nicht gut plant. Ziel ist es, einen Failover-Cluster ohne großen Aufwand zum Laufen zu bringen. Hier ist eine kurze, praxisnahe Anleitung.
So beheben oder richten Sie einen Failovercluster unter Windows Server 2016/2019+ ein
Methode 1: Vorbereitung der Clusterknoten mit Basiskonfigurationen
- Als Erstes müssen Sie die Failoverclustering- Rolle auf allen Knoten installieren. Starten Sie PowerShell als Administrator und führen Sie folgenden Befehl aus:
Install-WindowsFeature Failover-Clustering –IncludeManagementTools - Erstellen Sie als Nächstes ein lokales Administratorkonto, das von allen Knoten gemeinsam genutzt wird und dasselbe Passwort verwendet. Die Sicherheit ist hier grundlegend, hilft aber, einige Probleme zu vermeiden. Zum Beispiel:
net user /add clustadm Sup33P@ssw0Rd!dannnet localgroup administrators clustadm /add - Wenn die Fehlermeldung „ Der angeforderte Registrierungszugriff ist nicht zulässig“ erscheint, liegt das wahrscheinlich an den UAC-Beschränkungen. Sie müssen die Registrierung anpassen, insbesondere:
New-ItemProperty -Path HKLM:\\SOFTWARE\\Microsoft\\Windows\\CurrentVersion\\Policies\\System -Name LocalAccountTokenFilterPolicy -Value 1 - Stellen Sie sicher, dass alle Knoten dasselbe primäre DNS-Suffix verwenden. Dadurch können sie über FQDN-Namen anstatt über IP-Adressen miteinander kommunizieren, was für den Clusterbetrieb unerlässlich ist. Diese Einstellung finden Sie üblicherweise unter Systemeigenschaften > Computername > Ändern > Mehr …
- Deaktivieren Sie in den erweiterten TCP/IP-Einstellungen jedes Netzwerkadapters die Option „DNS-Verbindungsadressen registrieren“. Denn natürlich muss Windows einem das Leben unnötig schwer machen.
- Wichtig: Bearbeiten Sie die Hosts- Datei,
c:\windows\system32\drivers\etc\hostsdamit alle Server ihre Namen korrekt auflösen können – insbesondere, wenn DNS unzuverlässig ist oder Sie sich in einer Testumgebung befinden. Beispiel:192.168.1.21 clust-host1192.168.1.21 clust-host1.mylocal.netund das Gleiche für die anderen Server. Simpel, aber es vermeidet Probleme mit der Namensauflösung.
Methode 2: Behebung von Registrierungs- oder Berechtigungsproblemen
- Falls beim Aktivieren des Fernzugriffs auf Administratorfreigaben Fehler auftreten, behebt die oben genannte Registry-Änderung (LocalAccountTokenFilterPolicy) das Problem in der Regel. Beachten Sie jedoch, dass möglicherweise ein Neustart oder eine erneute Anmeldung erforderlich ist, damit die Änderungen wirksam werden. In manchen Fällen ist bei bestimmten Konfigurationen ein zweiter Versuch oder ein Systemneustart nach der Durchführung dieser Änderungen notwendig.
Methode 3: Cluster validieren und erstellen
- Führen Sie das Cluster-Validierungstool aus:
Test-Cluster -Node "clust-host1.mylocal.net", "clust-host2.mylocal.net" - Wenn alles gut aussieht, erstellen Sie den Cluster:
New-Cluster -Name cluster1 -Node clust-host1.mylocal.net, clust-host2.mylocal.net -AdministrativeAccessPoint DNS -StaticAddress 192.168.1.20 - Überprüfen Sie anschließend den Status mit Get-Cluster oder Get-ClusterResource. Es können unerwartete Probleme auftreten, wenn Namen nicht aufgelöst oder Konfigurationen nicht ordnungsgemäß synchronisiert werden.
Zusätzliche Tipps & Fehlerbehebung
- Um den Cluster grafisch zu verwalten, installieren Sie den Failovercluster-Manager aus den RSAT-Tools für Windows 10 oder den Server-Manager. Stellen Sie über diese Oberfläche eine Verbindung zum Cluster her und überprüfen Sie dessen Zustand.
- Bei einer geraden Anzahl von Knoten denken Sie daran, einen Quorum-Zeugen einzurichten – entweder einen Datenträger-Zeugen bei gemeinsam genutztem Speicher oder einen Cloud-Zeugen in Azure. Ein freigegebener SMB-Ordner? Nein, der ist in neueren Konfigurationen als Zeuge nicht geeignet.
Ehrlich gesagt, ist es bei den ersten Versuchen etwas holprig – man muss einiges ausprobieren, insbesondere bei der Namensgebung, den Berechtigungen und den Netzwerkkonfigurationen. Sobald aber alles verbunden ist und der Clusterstatus als „fehlerfrei“ angezeigt wird, ist das ein tolles Gefühl: „Es funktioniert!“.Manchmal sind bei bestimmten Konfigurationen ein oder zwei Neustarts nötig, damit alle Komponenten einwandfrei kommunizieren.
Hoffentlich erspart das jemandem ein paar Kopfschmerzen. Clustering fühlt sich immer wie ein Puzzle an – aber wenn man den Dreh raus hat, läuft alles wie am Schnürchen.
Zusammenfassung
- Installieren Sie die Failover-Clustering-Rolle auf allen Knoten.
- Erstellen Sie ein gemeinsames Administratorkonto und vergeben Sie dasselbe Passwort.
- Konfigurieren Sie bei Bedarf die Registrierung für Remote-Administratorfreigaben.
- Deaktivieren Sie die DNS-Registrierung in den Netzwerkadaptereinstellungen.
- Bearbeiten Sie die Hosts-Datei für die Namensauflösung.
- Führen Sie Validierungstests durch und erstellen Sie anschließend den Cluster.
- Verwenden Sie den Failovercluster-Manager, um Quorumzeugen zu verwalten und hinzuzufügen.
Zusammenfassung
Einen Windows Server-Cluster über verschiedene Domänen oder Arbeitsgruppen hinweg zum Laufen zu bringen, ist zwar möglich, aber auch nicht ganz einfach. Es kommt darauf an, Berechtigungen, Namensauflösung und Netzwerkkonfiguration aufeinander abzustimmen. Einmal kalibriert, laufen Cluster in der Regel sehr zuverlässig, aber rechnen Sie mit einigen Umwegen. Hoffentlich hilft das jemandem weiter – viel Erfolg!