So konvertieren Sie eine MBR- in eine GPT-Festplatte unter Windows 10

Was mbr2gpt.exe ist und warum es wichtig ist

Ehrlich gesagt ist mbr2gpt.exe ein echter Gamechanger für alle, die vom Legacy-BIOS auf den UEFI-Bootmodus umsteigen möchten, ohne alles zu löschen. Ab Windows 10 Build 1703 ist es integriert. Wenn Sie also noch mit alten Festplattenkonfigurationen arbeiten, kann dieses Tool den Partitionsstil Ihrer Festplatte im Handumdrehen von MBR auf GPT konvertieren – angeblich ohne Datenverlust. Das Beste daran? Sie müssen weder Partitionen löschen noch Windows neu installieren, was ein enormer Vorteil ist, wenn Ihr System bereits läuft. Aber – und das sage ich aus Erfahrung – es ist nicht narrensicher. Sie müssen die Bedingungen beachten, sonst erhalten Sie Fehlermeldungen und müssen dann mühsam die Ursache des Problems suchen.

Wie man mbr2gpt.exe verwendet, ohne den Verstand und die Daten zu verlieren

Methode 1: Zuerst alles validieren, dann konvertieren

Vor der vollständigen Konvertierung ist es ratsam zu prüfen, ob die Festplatte tatsächlich für den Wechsel bereit ist. Dieser Schritt hilft, spätere Fehlermeldungen wie „Nein, das geht nicht“ zu vermeiden. Verwenden Sie dazu folgenden Befehl in einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten oder in PowerShell:

mbr2gpt.exe /disk:0 /validate /Logs:C:\logs /allowFullOS

Warum ist das hilfreich? Weil geprüft wird, ob Ihre Festplatte alle Voraussetzungen erfüllt – beispielsweise genügend freien Speicherplatz für die EFI-Partition, maximal drei primäre Partitionen usw. Bei erfolgreicher Prüfung wird die Meldung „Validierung erfolgreich abgeschlossen“ angezeigt. Andernfalls erhalten Sie spezifische Fehlermeldungen. Bei einer Konfiguration funktionierte es auf Anhieb, bei einer anderen…eher nicht.Überspringen Sie die Validierung daher nicht.

Methode 2: Führen Sie die eigentliche Konvertierung durch.

Nach erfolgter Validierung und unter der Voraussetzung, dass alles in Ordnung aussieht, führen Sie diesen Befehl aus, um die Festplatte zu konvertieren:

mbr2gpt.exe /convert /disk:0

Jetzt wird es etwas heikel: Es wird die EFI-Partition erstellt, die Bootdateien werden kopiert und die Partitionstabelle konvertiert. Aber Achtung: Die Festplatte ist danach im GPT-Modus gesperrt und bootet nur noch von UEFI. Windows macht es einem natürlich unnötig schwer. Sichern Sie außerdem unbedingt alles; die Konvertierung ist im Prinzip irreversibel – mit etwas Aufwand lässt sie sich aber rückgängig machen.

Umstellung auf UEFI, damit alles reibungslos funktioniert

Wenn die Umstellung erfolgreich war, müssen Sie wahrscheinlich Ihre Firmware-Einstellungen von Legacy-BIOS auf UEFI-Modus ändern. Dies geschieht üblicherweise im UEFI-Firmware-Setup Ihres Systems, das Sie oft beim Booten durch Drücken von Strg+Alt+F Deloder F2einer ähnlichen Taste erreichen. Stellen Sie den Modus auf UEFI um und deaktivieren Sie Legacy/CSM. Starten Sie anschließend den Computer neu und überprüfen Sie unter Windows, ob Sie sich im UEFI-Modus befinden, indem Sie msinfo32.exe ausführen. Suchen Sie nach „BIOS-Modus“; dort sollte UEFI angezeigt werden. Ganz einfach, oder? Nicht immer. Manchmal ist es etwas knifflig, die UEFI-Einstellungen korrekt vorzunehmen, insbesondere bei selbstgebauten Systemen oder Laptops. Stellen Sie sich also auf ein wenig Herumprobieren ein.

Was, wenn Sie nicht mit der Kommandozeile hantieren oder Datenverlust riskieren möchten?

Es gibt Drittanbieter-Tools, die behaupten, dies sicher durchzuführen. So sind beispielsweise die zugrundeliegenden Szenarien von MBR2GPT auf Sicherheit ausgelegt. Doch seien wir ehrlich: Änderungen an Partitionstypen bergen immer Risiken. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen oder Fehler in der Kommandozeile befürchten, sollten Sie Ihr Laufwerk zunächst mit Tools wie Macrium Reflect oder Clonezilla klonen. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Weitere Dinge, die Sie beachten sollten

Sie verwenden BitLocker? Entschlüsseln Sie die Daten besser vor der Konvertierung, sonst könnten Sie ausgesperrt werden. Dasselbe gilt für die Wiederherstellungsumgebung: Wenn die richtigen Startdateien nicht gefunden werden, treten nach dem Wechsel Fehler beim Starten auf. Versuchen Sie reagentc /disabledann reagentc /enable, die Einstellungen zurückzusetzen. Auch Hyper-V-VMs können beim Wechsel des Modus Probleme verursachen. Seien Sie daher auf BCD-Anpassungen vorbereitet BCDEDIT /Set {current} hypervisorlaunchtype auto.

Schlussgedanken

Dieser Prozess ist nicht perfekt und kann mitunter zu Fehlern oder Missverständnissen führen. Dennoch ist er eine solide Methode, um Ihr System reibungslos vom alten BIOS auf das neuere UEFI umzustellen, insbesondere wenn Sie größere Festplatten freischalten, den Bootvorgang absichern oder einfach Ihr System auf dem neuesten Stand halten möchten. Denken Sie daran: Erstellen Sie unbedingt ein Backup, bevor Sie beginnen – denn selbst mit einem Tool wie mbr2gpt kann Murphy gerne mal unerwartet zuschlagen.

Zusammenfassung

  • Um Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Festplatte vorher überprüfen.
  • mbr2gpt.exe /validateVor dem Konvertierungsversuch verwenden.
  • Führen Sie diesen Befehl aus mbr2gpt.exe /convert /disk:0, um Partitionen von MBR auf GPT umzustellen.
  • Nach der Konvertierung die BIOS/UEFI-Einstellungen auf UEFI-Modus umschalten.
  • Sichern Sie Ihre Daten vorher – dieser Vorgang ist nicht narrensicher.

Zusammenfassung

Viele möchten auf UEFI umsteigen, um größere Festplatten oder Sicherheitsfunktionen nutzen zu können. Mit mbr2gpt ist das größtenteils möglich, ohne alles löschen zu müssen. Ganz reibungslos läuft es aber nicht – so ist das eben mit Technik. Sobald die anfänglichen Hürden überwunden sind, wird Ihr System es Ihnen mit schnelleren Startzeiten, Secure Boot und Unterstützung für große Festplatten danken. Halten Sie Ihre Backups griffbereit und hoffen Sie auf das Beste. Hoffentlich hilft dies jemandem, eine komplette Neuinstallation oder aufwändige Datenwiederherstellung zu vermeiden.