Die meisten Multifunktionsdrucker (MFPs) für kleine Büros und Heimbüros (SOHO) unterstützen Netzwerkscanning nur unzureichend. Wenn Ihr Scanner nicht direkt in einen freigegebenen SMB-Ordner oder per E-Mail scannen kann, sind Sie ohne zusätzliche Hilfe aufgeschmissen. Hier kommt NAPS2 ins Spiel. Dieses kostenlose Open-Source-Tool verwandelt einen lokalen USB-Scanner in einen Netzwerkscanner und fungiert quasi als Brücke. Ab Version 7.2.0 (veröffentlicht etwa im Dezember 2023) bietet NAPS2 die Möglichkeit, lokale USB-Scanner über LAN freizugeben – eine äußerst praktische Funktion. Dabei fungiert Ihr PC mit dem Scanner als Server, und andere Geräte im Netzwerk können sich über eSCL verbinden.eSCL benötigt keine Treiber und ist nach der Einrichtung erstaunlich einfach. Um NAPS2 zu nutzen, installieren Sie es auf einem Windows-Rechner, der direkt mit dem Scanner verbunden ist, richten ein Profil mit dem passenden WIA- oder TWAIN-Treiber ein und klicken anschließend auf die Schaltfläche „Scanner freigeben“. Dort wählen Sie den Scanner aus, den Sie freigeben möchten, und vergeben einen Namen. Wichtig: Der Computer, auf dem NAPS2 ausgeführt wird, muss die Anwendung aktiv halten; sie läuft noch nicht als Dienst. NAPS2 lauscht auf UDP-Port 5353. Überprüfen Sie daher mit PowerShell-Befehlen, ob dieser Port blockiert ist.Get-NetUDPEndpoint -LocalPort 5353 | Select-Object LocalAddress, LocalPort, OwningProcess, @{ Name="ProcessName"; Expression={((Get-Process -Id $_. OwningProcess).Name )} } Dieser Port – UDP 5353 sowie TCP 9801 und 9901 – muss in Ihrer Firewall geöffnet sein. Unter Windows können Sie auch mit PowerShell Regeln erstellen, z. B.: New-NetFirewallRule -DisplayName NAPS2-UDP-in -Profile any -Direction Inbound -Action Allow -Protocol UDP -LocalPort 5353 -Program "C:\Program Files\NAPS2\NAPS2.exe" New-NetFirewallRule -DisplayName NAPS2-TCP-in -Profile any -Direction Inbound -Action Allow -Protocol TCP -LocalPort 9801, 9901 -Program "C:\Program Files\NAPS2\NAPS2.exe" Installieren Sie anschließend NAPS2 auf dem Client-Rechner. Fügen Sie dann einen neuen Scanner hinzu, behalten Sie den ESCL -Treiber in der Liste bei, und der freigegebene Scanner sollte per mDNS-Broadcast erkannt werden UDP 224.0.0.251:5353. Unter Windows 10 und höher ist mDNS integriert. Sie können .localdem Hostnamen Ihres Servers sogar ein Suffix hinzufügen, falls die DNS-Auflösung unerwartet ist. Ein kleiner Warnhinweis: Sollte sich die IP-Adresse Ihres Servers ändern, verhindert der Hostname (sofern er entsprechend konfiguriert ist) Verbindungsprobleme. Beachten Sie jedoch, dass mDNS keine Routen zwischen Subnetzen leitet. Alle Geräte müssen sich daher im selben LAN (oder VLAN) befinden. Besonders bemerkenswert ist, dass Sie jetzt sogar von Linux (über SANE-AirScan), Android, iOS (AirScan) oder macOS (Image Capture) auf diese gemeinsam genutzten Scanner zugreifen können, sofern diese ESCL unterstützen. Dadurch sind lokale USB-Scanner ohne zusätzliche Hardware oder komplizierte Cloud-Anbindung über Ihr Netzwerk verfügbar.
Du probierst diese Konfiguration gerade zum ersten Mal aus? Ja, es ist etwas nervig, die Firewall-Regeln richtig einzustellen, aber sobald es klappt, läuft es erstaunlich reibungslos. Bei manchen Konfigurationen macht der Scan-Server die ersten paar Male Probleme, läuft dann aber nach ein, zwei Neustarts stabil. Keine Ahnung, warum, aber Windows macht die Dinge manchmal unnötig kompliziert.
So beheben Sie Probleme mit der USB-Scannerfreigabe bei NAPS2
Methode 1: Firewall-Regeln überprüfen
- Stellen Sie sicher, dass auf dem Scan-Host der UDP-Port 5353 und die TCP-Ports 9801 und 9901 geöffnet sind. Falls nicht, erstellen Sie Regeln mit PowerShell oder über die Windows Defender Firewall. Glauben Sie mir, das war in manchen Fällen der entscheidende Faktor.
- Verwenden Sie den zuvor erwähnten Befehl, um zu überprüfen, welche Ports aktiv sind und ob Regeln aktiv sind.
Methode 2: Überprüfen, ob NAPS2 ausgeführt wird
- NAPS2 muss auf dem Host-Rechner geöffnet bleiben; es läuft noch nicht im Hintergrund als Dienst. Stellen Sie sicher, dass es im Vordergrund ausgeführt wird oder beim Systemstart automatisch gestartet wird, damit der Netzwerkscanner gefunden werden kann.
Methode 3: Hostnamen mit der Endung.local verwenden
- Falls sich die IP-Adresse ständig ändert, versuchen Sie,
.localden Hostnamen in den Scannereinstellungen zu ergänzen, damit mDNS ihn zuverlässiger auflösen kann. Das ist zwar nicht hundertprozentig sicher, aber einen Versuch wert.
Zusammenfassung
Insgesamt erfordert die Einrichtung etwas Aufwand – Firewall-Regeln, Portprüfungen und die Sicherstellung, dass NAPS2 auf dem Host immer läuft. Ist es aber einmal eingerichtet, eröffnet es viele Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung von USB-Scannern im LAN, ohne in dedizierte Scanner-Serverhardware investieren zu müssen. Sicher, es ist nicht die eleganteste Lösung, aber sie ist effektiv und deutlich günstiger.