So führen Sie eine Datenträgerbereinigung mit Cleanmgr.exe auf einem Windows Server durch

Ja, Windows Server kann manchmal echt nervig sein, besonders wenn die Datenträgerbereinigung (cleanmgr.exe) nicht standardmäßig vorhanden ist. Wenn man mehrere Server verwaltet oder nach vielen Updates einfach nur Speicherplatz freigeben möchte, ist es hilfreich zu wissen, wie man dieses Tool in verschiedenen Versionen zum Laufen bringt – vor allem, wenn es fehlt oder nicht funktioniert. Bei manchen Installationen, insbesondere ab Windows Server 2012, ist etwas Aufwand nötig, um das Tool zu aktivieren oder Dateien manuell zu kopieren, da es nicht standardmäßig enthalten ist. Es ist etwas umständlich, aber sobald man die Schritte verstanden hat, wird das Freigeben von Speicherplatz deutlich einfacher.

So aktivieren und verwenden Sie die Datenträgerbereinigung unter Windows Server

Verwendung des Datenträgerbereinigungstools unter Windows Server 2016

Dies ist am einfachsten, da Windows Server 2016 mit Desktop Experience bereits die Datei cleanmgr.exe enthält. Um sie zu verwenden, öffnen Sie einfach den Datei-Explorer, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Systemlaufwerk (z. B.C:), wählen Sie „Eigenschaften“ und klicken Sie dann auf „Datenträgerbereinigung“disk cleanup. Alternativ können Sie den Suchbegriff auch in die Suchleiste eingeben cleanmgr.exe.

Nach dem Öffnen wählen Sie das zu bereinigende Laufwerk aus und warten, bis der Assistent den Scanvorgang abgeschlossen hat. Anschließend wird Ihnen eine Liste temporärer Dateien und Systemkomponenten angezeigt, die Sie löschen können, z. B.Setup-Protokolle, heruntergeladene Dateien, Internet-Cache, Papierkorb, Miniaturansichten usw. Aktivieren Sie die Option „ Systemdateien bereinigen“, um auch Überreste von Windows Update oder alte Defender-Dateien zu entfernen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln.

Bei manchen Konfigurationen müssen Sie Optionen wie „Windows Update-Bereinigung “ explizit auswählen. Dadurch werden alte Komponenten im WinSxS-Ordner entfernt, die nach Updates oft noch vorhanden sind. Nachdem Sie die zu löschenden Elemente ausgewählt haben, klicken Sie auf „OK“ und bestätigen Sie. Der Vorgang dauert einen Moment, gibt aber tatsächlich Speicherplatz auf der Systemfestplatte frei. Auf einem Rechner schlug er einmal fehl, nach einem erneuten Ausführen funktionierte die Bereinigung jedoch einwandfrei. Windows macht es einem oft unnötig schwer.

Befehlszeilenoptionen für cleanmgr.exe

Für Automatisierung oder Skripte empfiehlt sich die Kommandozeilenversion cleanmgr.exe. Sie unterstützt Optionen wie `–cleanup` /sageset:nund /sagerun:n`–cleanup` – diese speichern Ihre bevorzugten Aufräumoptionen und können dann ausgeführt werden, ohne dass Sie jedes Mal die grafische Benutzeroberfläche aufrufen müssen.

Um beispielsweise ein Bereinigungsprofil einzurichten, führen Sie Folgendes aus:

cleanmgr.exe /sageset:11

Dadurch öffnet sich ein Assistent, in dem Sie auswählen können, was bereinigt werden soll. Die Auswahl wird in der Registrierung unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\VolumeCaches gespeichert, beispielsweise unter dem Schlüssel StateFlags0011. Anschließend führen Sie Folgendes aus:

cleanmgr.exe /sagerun:11

Und es bereinigt genau das, was Sie zuvor festgelegt haben – perfekt für geplante Aufgaben oder Remote-Skripte. Wenn Sie es etwas ausgefeilter gestalten möchten, können Sie dies mit einer geplanten PowerShell-Aufgabe automatisieren, zum Beispiel so:

Start-Process -FilePath CleanMgr.exe -ArgumentList '/sagerun:11' -WindowStyle Hidden -Wait

Das ist besonders praktisch, wenn man mehrere Server verwaltet. Beachten Sie jedoch, dass die Registry-Einstellungen auf manchen Rechnern nicht immer übernommen werden.Überprüfen Sie daher die konfigurierten Optionen, bevor Sie das Skript ausführen.

Datenträgerbereinigung auf älteren Windows Server-Versionen (2012 R2, 2008 R2)

Im Gegensatz zu späteren Versionen ist die Datei cleanmgr.exe unter Windows Server 2012 R2 und 2008 R2 nicht standardmäßig vorhanden. Um dies zu beheben, haben Sie zwei Möglichkeiten: die Installation der Desktopdarstellung oder das manuelle Kopieren der Dateien von einem anderen Rechner.

Die Installation der Desktopdarstellung über PowerShell ist unkompliziert:

Install-WindowsFeature Desktop-Experience

Dadurch wird die fehlende Anwendung hinzugefügt, allerdings auch eine Reihe weiterer Komponenten, die Sie möglicherweise nicht benötigen. Wenn Sie einen schlanken Server bevorzugen, können Sie alternativ cleanmgr.exe und die Sprachressourcendateien von einem anderen Windows Server (z. B.2016 oder 2012) nach C:\Windows\System32 kopieren. Dies ist mit folgenden Befehlen möglich:

copy C:\Windows\winsxs\amd64_microsoft-windows-cleanmgr_..._6.2.9200..._c60dddc5e750072a\cleanmgr.exe C:\Windows\System32\

Aber Vorsicht: Unter Windows Server 2012 R2 kann das direkte Kopieren dieser Dateien aufgrund einiger Updates (wie KB2821895) zu Fehlern bei der Unterstützung von 16-Bit-Anwendungen führen. Die typische Fehlermeldung lautet: „Nicht unterstützte 16-Bit-Anwendung“.Dies bedeutet lediglich, dass Windows versucht, eine ältere Komponente auszuführen, die nun komprimiert oder verändert ist.

In solchen Fällen ist die Installation der Desktop Experience die sicherere Methode oder die Verwendung alternativer Bereinigungsskripte. Auf älteren Servern müssen Sie außerdem häufig Update-Überbleibsel manuell löschen oder dism.exe /online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup /ResetBaseden Komponentenspeicher bereinigen.

Verwendung der Datenträgerbereinigung unter Windows Server Core

Da Server Core weder eine grafische Benutzeroberfläche noch einen Explorer besitzt, ist eine einfache Navigation nicht möglich. Kopieren Sie stattdessen cleanmgr.exe und die zugehörigen Ressourcendateien aus einer vollständigen Installation (z. B.von GitHub: Winhance ) nach C:\Windows\System32. Führen Sie die Datei anschließend mit Administratorrechten direkt über die Befehlszeile aus. Daraufhin sollte ein ähnlicher Bereinigungsassistent wie in den Versionen mit grafischer Benutzeroberfläche gestartet werden.

Das ist im Wesentlichen alles. Entscheidend ist, zu wissen, ob das benötigte Dienstprogramm auf Ihrem Server installiert ist oder nicht, und es gegebenenfalls manuell zu kopieren oder zu installieren. Windows versteckt diese Tools oft, aber mit etwas manuellem Aufwand lassen sie sich wiederherstellen – insbesondere, wenn Speicherplatz und Datenbereinigung dringend benötigt werden.

Zusammenfassung

  • Unter Windows Server 2016+ mit Desktopdarstellung führen Sie einfach die Datenträgerbereinigung per Rechtsklick oder Suche aus.
  • cleanmgr.exeZur Automatisierung mit Befehlszeilenoptionen verwenden.
  • Bei älteren Versionen installieren Sie die Desktop Experience oder kopieren die Dateien manuell; beachten Sie mögliche Fehler unter Windows Server 2012 R2.
  • Auf Server Core kopieren Sie die ausführbare Datei und führen sie direkt über die Eingabeaufforderung aus.

Zusammenfassung

Die Einrichtung der Datenträgerbereinigung unter Windows Server ist nicht immer einfach, aber durchaus machbar. Wichtig ist, zu wissen, wie und wann man Dateien kopiert oder Funktionen installiert. Einmal eingerichtet, spart sie enorm viel Zeit beim Freigeben von Speicherplatz, insbesondere nach mehreren Patchzyklen. Testen Sie die Funktion zunächst auf einem Server und verteilen Sie sie dann per Skript oder Gruppenrichtlinie auf weitere Server. Beachten Sie jedoch, dass Windows Server bei diesen Tools manchmal etwas eigenwillig sein kann. Geduld zahlt sich aber aus.

Hoffentlich spart das jemandem ein paar Stunden Zeit oder erspart ihm zumindest später Ärger.