So fügen Sie Treiber zu einem VMware ESXi-Installationsabbild hinzu

ESXi dazu zu bringen, Ihre Desktop-Netzwerkhardware zu erkennen, kann eine echte Herausforderung sein. Standardmäßig sind die Images fast ausschließlich für Serverhardware ausgelegt. Daher werden ungewöhnliche Geräte – wie beispielsweise eine Realtek-Netzwerkkarte oder ein seltener USB-Netzwerkadapter – während der Installation möglicherweise nicht erkannt. Wenn Sie ESXi auf einem Desktop-Rechner oder einem Server mit ungewöhnlicher Architektur einrichten möchten, kann das Hinzufügen der passenden Treiber zur ISO-Datei viel Ärger ersparen. Es ist zwar etwas mühsam, aber sobald Sie den Dreh raus haben, ist es gar nicht so schwer. Im Prinzip kombinieren Sie heruntergeladene Treiber mit der ISO-Datei, sodass das Installationsprogramm Ihre Hardware erkennt. Der große Vorteil: reibungslosere Installationen, weniger Fehler und eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Ihr System nahtlos mit ESXi zusammenarbeitet.

So beheben Sie fehlende Netzwerkadapter in ESXi durch das Einfügen von Treibern

Methode 1: Herunterladen der richtigen Treiber

Dies ist der erste Schritt, denn ohne die passenden Treiberdateien ist alles andere irrelevant. Treiber finden Sie auf verschiedenen Websites: der offiziellen VMware-Website (siehe Kompatibilitätsleitfaden), in Community-Repositories wie Fling für Community-Netzwerktreiber oder auf der Website Ihres Mainboard-Herstellers. Manchmal finden Sie auch einen Treiber im ESXi-Customizer-Depot oder durch eine schnelle Google-Suche mit Ihrem Hardwaremodell + „ESXi-Treiber“.

Wichtig: Sie benötigen den Treiber in einem kompatiblen Format – üblicherweise als.vib-, .tgz- oder.zip-Datei. Wenn Sie die VID/PID Ihres Geräts nicht kennen, starten Sie Linux (z. B.von einer Live-CD oder in einer virtuellen Maschine ohne Distribution) und führen Sie den Befehl aus lspci -nn. Dadurch werden Ihnen die IDs angezeigt, mit denen Sie anschließend den passenden Treiber finden können.

Rechnen Sie damit, etwas Zeit für die Suche nach dem passenden Treiber im Internet einzuplanen. Manchmal ist das nicht ganz einfach – insbesondere bei neueren USB-Adaptern oder speziellen kabelgebundenen Netzwerkkarten. Sobald Sie den Treiber heruntergeladen haben, speichern Sie ihn an einem leicht zugänglichen Ort, z. B.unter C:\Treiber\, damit er für den nächsten Schritt bereit ist.

Methode 2: Hinzufügen von Treibern zu Ihrem ISO-Image mithilfe von ESXi-Customizer-PS

Dies ist wahrscheinlich die beliebteste Methode unter Systemadministratoren, die sich nicht mit dem vCenter Image Builder auseinandersetzen oder eigene Images von Grund auf erstellen möchten. Das ESXi-Customizer-PS PowerShell-Skript vereinfacht das Einfügen von Treibern erheblich – vorausgesetzt, PowerCLI ist installiert. Stellen Sie lediglich sicher, dass Sie Windows PowerShell verwenden (und nicht PowerShell Core, da dieses Modul dieses Modul nicht unterstützt).

Um das Skript auszuführen, entsperren Sie es zunächst mit folgendem Befehl:

Set-ExecutionPolicy -ExecutionPolicy RemoteSigned -Scope Process

Schauen Sie anschließend in der Hilfe nach, um die verfügbaren Optionen zu sehen:

.\ESXi-Customizer-PS.ps1 –help

Wenn eine Fehlermeldung wie „ImageBuilder-Modul nicht unterstützt“ erscheint, verwenden Sie die falsche PowerShell-Version. Wechseln Sie zur klassischen Windows PowerShell (suchen Sie nach „PowerShell“ und öffnen Sie die Desktop-App).Bei manchen Systemen können Fehler beim Generieren der ISO-Datei auftreten; dies liegt an Kompatibilitätsproblemen. In der Regel lässt sich das Problem jedoch durch die Verwendung der richtigen PowerShell-Version beheben.

Sobald die Einstellungen vorgenommen sind, weisen Sie das Skript an, das neueste Image herunterzuladen, beispielsweise durch Ausführen von:

.\ESXi-Customizer-PS.ps1 -v67

Oder ersetzen Sie bei anderen Versionen den Parameter, z. B.durch -v70oder -v65. Um Ihren Treiberordner hinzuzufügen, führen Sie Folgendes aus:

.\ESXi-Customizer-PS.ps1 -v67 -pkgDir C:\drivers

Dadurch wird Ihr Treiber mit der neuesten oder der ausgewählten ESXi-ISO-Datei zusammengeführt – in der Regel innerhalb von 15–20 Minuten. Denken Sie daran: Wenn Sie Ihre Anpassungen regelmäßig aktualisieren möchten, können Sie die -updateentsprechende Option auch verwenden, um ein vorhandenes Offline-Bundle zu patchen.

Methode 3: Verwendung der ESXi-Customizer-GUI

Die GUI-Version ist zwar alt, aber praktisch, besonders für alle, die nicht gerne Skripte schreiben. Laden Sie ESXi-Customizer v2.7.2 herunter und führen Sie die ausführbare Datei aus. Hinweis: Aufgrund des Alters läuft es unter Windows 10/11 wahrscheinlich nicht ohne Anpassungen – aber hier ist ein einfacher Trick:

  • Öffnen Sie die Datei ESXi-Customizer.cmdin Notepad.
  • Suchen Sie diese Zeile:if "!WinVer!" LSS "5.1" call :earlyFatal Unsupported Windows Version: !WinVer!.At least Windows XP is required!
  • Füge am Anfang REM hinzu, sodass es so aussieht:
REM if "!WinVer!" LSS "5.1" call :earlyFatal Unsupported Windows Version: !WinVer!.At least Windows XP is required!
  • Speichern und erneut ausführen.
  • Dadurch wird die Altersprüfung umgangen, und Sie können nun Ihre ISO-Quelle, die Treiber (im.vib- oder.tgz-Format) und das Zielverzeichnis auswählen. Nach einem Klick auf „Ausführen“ läuft der Vorgang einige Minuten und erstellt eine neue ISO-Datei mit den bereits integrierten Treibern. Ganz einfach, oder? Nun ja, einfacher als ein Skript – meistens jedenfalls.

    Falls die Fehlermeldung „Fehler beim Entpacken von IMGDB.tar“ erscheint, müssen Sie die Datei manuell extrahieren und im ISO-Archiv ersetzen. Verwenden Sie dazu 7-Zip ( 7-Zip herunterladen ):

    • Entpacken Sie die ISO-Datei in einen Ordner.
    • Öffnen Sie die Datei IMGDB. TGZmit 7zip und benennen Sie sie anschließend in.um IMGDB.tar.
    • Erstellen Sie Ihre ISO-Datei mit einer Software wie IsoCreator (die Sie zusammen mit einem einfachen ISO-Builder erhalten können winget install 7zip.7zip).

    Verwendung des vCenter Image Builders (Erweitert)

    Wenn Sie eine vCenter-Umgebung verwenden, können Sie Images direkt anpassen. Aktivieren Sie dazu das Image Builder-Plugin in vCenter und erstellen und importieren Sie anschließend ein benutzerdefiniertes Software-Depot mit Ihren ISO-Dateien, VIBs und Updates. Klonen und bearbeiten Sie Ihr Image und wählen Sie die gewünschten Treiber aus. Exportieren Sie abschließend die neue ISO-Datei, in die bereits alle Treiber integriert sind. Diese Methode ist zwar komplexer, eignet sich aber am besten für große Bereitstellungen oder verwaltete Umgebungen.

    Das Einbinden von Treibern ist ehrlich gesagt keine besonders spannende Aufgabe, aber für Heimnetzwerke oder knifflige Hardware oft unerlässlich. Hoffentlich hilft Ihnen das dabei, dass Ihr ESXi-Host Ihre Netzwerkgeräte problemlos erkennt.

    Zusammenfassung

    • Laden Sie die passenden Treiber (.vib/.tgz) für Ihre Netzwerkkarte oder Ihr USB-Netzwerkgerät herunter.
    • Verwenden Sie ESXi-Customizer-PS oder GUI, um diese Treiber in Ihre ISO-Datei einzubinden.
    • Erstellen Sie die ISO-Datei neu, brennen Sie sie und installieren Sie ESXi, wobei Ihre Hardware nun unterstützt wird.
    • Für vCenter-Umgebungen verwenden Sie Image Builder, um den Prozess zu automatisieren.

    Zusammenfassung

    Das Einbinden von Treibern kann etwas mühsam sein, ist aber oft die einzige Möglichkeit, ESXi auf Desktop-Hardware oder Servern mit nicht unterstützten Netzwerkkarten zum Laufen zu bringen. Ist dies abgeschlossen, gibt es bei der Installation keine Probleme mehr. Nur ein paar Befehle, einige Tools und etwas Geduld sind nötig. Hoffentlich spart dies jemandem, der ESXi auf ungewöhnlicher Hardware installieren möchte, einige Stunden. Viel Erfolg!