Die Standortabfragen in Chrome können ziemlich nervig sein, besonders wenn man seinen Standort geheim halten möchte. Manchmal fragt Chrome bei jedem Besuch einer Website nach dem Standort – und wenn man es leid ist, ständig auf „Ablehnen“ zu klicken oder das Ganze einfach blockieren möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Standardeinstellungen sind zwar in Ordnung, aber wenn sie nicht funktionieren oder man mehr Kontrolle wünscht, können die Registry- und Gruppenrichtlinienoptionen helfen. Das ist vergleichbar mit einem tieferen Eingriff in die Windows-Einstellungen, um Chrome zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen.
Wie man verhindert, dass Chrome nach dem Standort fragt
Methode 1: Verwenden des Editors für lokale Gruppenrichtlinien
Diese Methode ist recht nützlich, wenn Sie nichts dagegen haben, die Windows-Gruppenrichtlinien zu bearbeiten, um Standortabfragen in Chrome zu deaktivieren. Dadurch wird Chrome im Prinzip komplett daran gehindert, Websites nach Ihrem Standort zu fragen. Das ist etwas dauerhafter als die Browsereinstellungen, die manchmal zurückgesetzt oder überschrieben werden.
Als Erstes müssen Sie den Editor für lokale Gruppenrichtlinien öffnen. Suchen Sie dazu einfach gpedit.mscim Suchfeld der Taskleiste danach. Sobald er geöffnet ist, folgen Sie diesem Pfad:
Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Google Chrome > Inhaltseinstellungen
Suchen Sie nun die Einstellung „Standard-Geolokalisierungseinstellung“. Doppelklicken Sie darauf und dann:
- Wählen Sie die Option „Aktiviert“.
- Wählen Sie im Dropdown-Menü die Option „ Keiner Website erlauben, den physischen Standort der Nutzer zu verfolgen“.
Klicken Sie auf OK. Das war’s im Prinzip. Bei manchen Konfigurationen müssen Sie Chrome oder sogar den PC neu starten, aber im Allgemeinen sollte Chrome nicht mehr nach Ihrem Standort fragen.
Profi-Tipp: Der gesamte Ablauf ist etwas versteckt, da Windows die Sache natürlich unnötig verkompliziert. Ist er aber einmal eingerichtet, übernimmt Chrome ihn einfach problemlos.
Methode 2: Verwendung des Registrierungseditors
Diese Methode richtet sich an Benutzer, die mit der Bearbeitung der Windows-Registrierung vertraut sind. Sie ist zwar etwas tiefergehend, führt aber zum Ziel, wenn Gruppenrichtlinien nicht die gewünschten Ergebnisse liefern oder Sie einen direkteren Ansatz bevorzugen. Achtung: Änderungen an der Registrierung können riskant sein. Erstellen Sie daher im Zweifelsfall unbedingt vorher eine Sicherungskopie Ihrer Daten.
Öffnen Sie zunächst den Registrierungs-Editor – suchen Sie dazu regeditim Suchfeld der Taskleiste. Wenn Sie nach der Benutzerkontensteuerung (UAC) gefragt werden, klicken Sie auf „Ja“. Navigieren Sie anschließend zu:
- HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies — für alle Benutzer (empfohlen für eine systemweite Einstellung)
- Ihre eigene Benutzerstruktur: HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Policies“, wählen Sie „Neu“ > „Schlüssel“ und benennen Sie ihn „Google“. Erstellen Sie darin einen weiteren neuen Schlüssel namens „Chrome“. Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste auf „Chrome“ und wählen Sie „Neu“ > „DWORD-Wert (32-Bit)“. Benennen Sie diesen „DefaultGeolocationSetting“.
Doppelklicken Sie darauf und setzen Sie den Wert auf 2. Dadurch wird Chrome angewiesen, alle Standortabfragen zu blockieren. Schließen Sie anschließend den Registrierungseditor und starten Sie Ihren PC neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Auf manchen Rechnern müssen Sie möglicherweise den Wert „DefaultGeolocationSetting“ löschen, um zum Standardverhalten zurückzukehren. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf, wählen Sie „Löschen“ und bestätigen Sie, ob Sie die Abfragen wieder aktivieren möchten.
Kleiner Tipp: Deaktivieren Sie die Geolokalisierung direkt im Browser.
Falls Ihnen die Windows-Einstellungen zu kompliziert erscheinen, können Sie die Standortfreigabe direkt in Chrome deaktivieren. Gehen Sie zu Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Website-Einstellungen > Standort und wählen Sie „ Websites nicht erlauben, Ihren Standort zu sehen“. Einfach, schnell und sofort wirksam – allerdings browserspezifisch und später leichter wieder rückgängig zu machen.
Ein anderer Ansatz: Verwenden Sie ein VPN, um die Geolokalisierung zu umgehen.
Keine Lust auf Blockierungen oder Einstellungen? Dann ist ein VPN die altbewährte Methode. Es verschleiert Ihre IP-Adresse und lässt Webseiten glauben, Sie befänden sich woanders – etwas undurchsichtig, aber effektiv. Kostenlose VPNs gibt es zwar, sie sind aber möglicherweise nicht so zuverlässig oder schnell wie kostenpflichtige. In jedem Fall kann ein VPN helfen, standortbasierte Beschränkungen zu umgehen oder einfach Ihre Privatsphäre beim Surfen zu schützen.
Manche VPN-Erweiterungen oder browserbasierte VPNs lassen sich einfach einrichten und verändern Ihre Systemdateien nicht. Suchen Sie sich einfach einen vertrauenswürdigen Anbieter aus, installieren Sie ihn, und schon kann es losgehen.
Das war’s schon! Die Standortabfrage in Chrome zu ändern, ist kein Hexenwerk, sobald man die Windows-Tools verstanden hat. Seien Sie nur vorsichtig bei Änderungen an der Registry und vergessen Sie nicht, nach der Änderung neu zu starten. Hoffentlich erspart das jemandem viele Klicks oder verhindert zumindest, dass die ständigen „Zulassen/Verweigern“-Popups das Surfen stören.