Das Entfernen der Standardeinstellungen im Windows-Explorer kann die Bedienung deutlich vereinfachen, wenn man auf Bibliotheksordner, Schnellzugriffselemente, Netzwerk- oder OneDrive-Symbole verzichtet. Manchmal stören diese Standardordner und Verknüpfungen einfach, insbesondere wenn man den Explorer übersichtlicher oder individueller gestalten möchte. Das Problem ist jedoch, dass Windows in den Einstellungen keine einfache Möglichkeit bietet, diese Elemente auszublenden. Stattdessen muss man die Registry bearbeiten. Ja, ich weiß. Nicht gerade spannend. Aber solche Registry-Änderungen können die Benutzeroberfläche optimieren, insbesondere auf gemeinsam genutzten Computern oder Arbeitsrechnern, wo Benutzer nicht in bestimmten Bereichen herumstöbern sollen.
Nur zur Info: Änderungen an der Registry sind riskant, wenn man sich nicht auskennt. Sichern Sie Ihre Registry daher immer zuerst oder erstellen Sie zumindest einen Wiederherstellungspunkt (Windows macht es einem ja unnötig schwer).Wenn Sie für mehrere Rechner verantwortlich sind, können Sie diese Anpassungen auch netzwerkweit per Gruppenrichtlinie verteilen. Das ist etwas eleganter, erfordert aber dennoch etwas Einrichtung. Ziel ist in jedem Fall ein minimalistischerer Datei-Explorer, der nur die gewünschten Informationen anzeigt. Sehen wir uns nun an, wie man diese Informationen ausblendet.
So blenden Sie Standardordner und -elemente im Windows-Datei-Explorer aus
Methode 1: Bibliotheken und Ordner mithilfe von Registry-Änderungen ausblenden
Dies ist eine einfache und schnelle Methode, um Ordner auszublenden. Die Registrierungspfade entsprechen den Standardordnern im Explorer. Wenn Sie den Wert von „ThisPCPolicy “ auf „Ausblenden“ ändern, wird der entsprechende Ordner im Navigationsbereich nicht mehr angezeigt. Beachten Sie jedoch, dass jede Bibliothek (z. B.„Bilder“ oder „Videos“) einen eigenen Registrierungsschlüssel besitzt. Sie müssen daher jeden einzelnen Schlüssel anpassen, wenn Sie alle Ordner ausblenden möchten.
- Öffnen Sie regedit.exe. Das geht, indem Sie die Eingabetaste drücken Win + R, „regedit“ eingeben
regeditund anschließend die Eingabetaste drücken. Genau so. - Navigieren Sie zum Registrierungspfad des Ordners, den Sie ausblenden möchten. Um beispielsweise den Ordner „Bilder“ auszublenden, gehen Sie zu:
HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\FolderDescriptions\{0ddd015d-b06c-45d5-8c4c-f59713854639}\PropertyBag. - Suchen Sie den Parameter mit dem Namen ThisPCPolicy. Falls er nicht vorhanden ist, müssen Sie möglicherweise einen neuen Zeichenfolgenwert erstellen.
- Ändern Sie die Daten auf Ausblenden. Die Standardeinstellung ist normalerweise Anzeigen. Doppelklicken Sie einfach darauf und stellen Sie es auf Ausblenden ein
Hide. - Schließen Sie den Registrierungseditor und starten Sie Ihren PC neu. Nach dem Neustart sollte der Ordner nicht mehr im Datei-Explorer zu finden sein.
Beachten Sie, dass Sie diesen Vorgang für alle Ordner wiederholen können, die nicht sichtbar sein sollen. Funktioniert unter Windows 10 und 11 recht zuverlässig. Manchmal ist jedoch ein Neustart oder eine Ab- und erneute Anmeldung erforderlich, falls die Ordner nicht sofort ausgeblendet werden.
Methode 2: Gruppenrichtlinie zur netzwerkweiten Behebung verwenden
Wenn Sie eine Vielzahl von Computern in einer Active Directory-Umgebung verwalten, sind Gruppenrichtlinien unverzichtbar. In einer Domänenkonfiguration können Sie diese Änderung gleichzeitig auf alle Benutzer-PCs anwenden – ohne manuelle Registry-Bearbeitung für jeden einzelnen Rechner. Das ist zwar etwas aufwendiger, sorgt aber für Ordnung in der gesamten IT-Abteilung, beispielsweise in der Personalabteilung oder anderen Abteilungen.
- Öffnen Sie die Gruppenrichtlinienverwaltungskonsole ( GPMC.msc ) und verknüpfen Sie ein neues Gruppenrichtlinienobjekt mit der Organisationseinheit, die die Zielcomputer enthält.
- Navigieren Sie zu: Computerkonfiguration > Einstellungen > Windows-Einstellungen > Registrierung.
- Erstellen Sie für jeden Ordner einen neuen Registrierungseintrag. Legen Sie die Aktion auf „Aktualisieren“ fest und geben Sie folgende Details an:
- Hive: HKEY_LOCAL_MACHINE
- Schlüsselpfad:
SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\FolderDescriptions\{ID} - Wertname: ThisPCPolicy
- Werttyp: REG_SZ
- Wertdaten: Ausblenden
- gpupdate /forceWiederholen Sie diesen Vorgang für alle Ordner, die Sie ausblenden möchten, und verknüpfen und aktualisieren Sie anschließend die Richtlinien auf den Clientcomputern. In der Regel genügt ein Neustart oder eine Richtlinienaktualisierung.
Hinweis: Aufgrund der Art und Weise, wie Windows einige Ordner verwaltet, müssen für bestimmte Elemente wie Netzwerkordner oder Schnellzugriff möglicherweise separate Anpassungen vorgenommen werden, z. B.durch Festlegen von Registrierungsschlüsseln für die jeweiligen UI-Komponenten.
Optionale Optimierungen für eine übersichtlichere Explorer-Oberfläche
Wenn Sie Schnellzugriffs-, Netzwerk- oder OneDrive-Symbole ausblenden möchten, kommen hier die Registry-Änderungen zum Einsatz. Sie sind zwar etwas aufwendig, aber nützlich, wenn Sie eine besonders minimalistische Konfiguration bevorzugen.
- Schnellzugriff ausblenden: Pfad:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ExplorerParameter: HubMode Typ: REG_DWORD Wert: 1 - Netzwerksymbol ausblenden: Pfad:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\CLSID\{F02C1A0D-BE21-4350-88B0-7367FC96EF3C}Parameter: Attribute Typ: REG_DWORD Wert: 00100000 - OneDrive ausblenden: Pfad:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}Parameter: System. IsPinnedToNameSpaceTree Typ: REG_DWORD Wert: 0
Dadurch wirkt der Explorer weniger überladen, insbesondere auf Systemen, bei denen die Benutzer auf bestimmte Ordner beschränkt bleiben oder einfach alles ordentlich und ohne Ablenkungen halten sollen.
Ändern des Standardordners beim Öffnen des Explorers
Soll immer „Dieser PC“ statt „Schnellzugriff“ angezeigt werden? Auch das lässt sich in der Registrierung anpassen:
- Weg:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced - Parameter: LaunchTo
- Typ: REG_DWORD
- Werte:
- 1 = Dieser PC
- 2 = Schnellzugriff
- 3 = Ordner „Downloads“
Und wenn Sie es mit dem Aufräumen wirklich ernst meinen, können Sie zuletzt verwendete Elemente und häufig genutzte Ordner ausblenden:
- Weg:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer - Parameter: ShowFrequent und ShowRecent
- Typ: REG_DWORD
- Setzen Sie beide Werte auf 0, um diese Funktionen auszublenden.
Funktioniert unter Windows 10, Windows 11 und sogar Windows Server für alle, die Remote-Desktops oder gemeinsam genutzte Umgebungen verwalten. Warum Microsoft das nicht einfacher in den Einstellungen anbietet, ist mir ein Rätsel, aber so ist Windows eben.
Zusammenfassung
All diese Optimierungen mögen anfangs etwas kompliziert erscheinen, aber mit etwas Geduld sind sie durchaus machbar. Sichern Sie einfach Ihre Daten, nehmen Sie sich Zeit und geraten Sie nicht in Panik, wenn sich nicht sofort etwas ändert. Manchmal hilft schon ein Neustart oder eine Abmeldung. Letztendlich sorgt ein aufgeräumter Internet Explorer für ein deutlich übersichtlicheres und fokussierteres Surfen.
Zusammenfassung
- Sichern Sie Ihre Registry, bevor Sie Änderungen vornehmen.
- Je nach Ihrer Konfiguration können Sie entweder den Registrierungseditor (regedit) oder Gruppenrichtlinien verwenden.
- Ordner können durch die Einstellung ThisPCPolicy auf Hide ausgeblendet werden.
- Optional: Registrierung für Netzwerk-, OneDrive- oder Schnellzugriffssymbole anpassen.
- Starten Sie Ihr System neu oder melden Sie sich ab, um die Änderungen zu sehen.