So beheben Sie den AutoCAD-Fehler „Unbehandelte Zugriffsverletzung“

Dieser Fehler tritt häufig bei der Arbeit mit AutoCAD auf – insbesondere beim Öffnen von Zeichnungen, beim Wechseln von Layouts, beim Rendern von 3D-Objekten, beim Plotten oder direkt nach dem Hochfahren des Rechners nach einem Windows- oder Grafiktreiber-Update. Er ist ärgerlich, da er zu unerwarteten Abstürzen führen kann und manchmal den Eindruck erweckt, der Arbeitsspeicher sei defekt, was aber nicht der Fall ist. Meistens liegt es an Softwarekonflikten, fehlerhaften Treiberkonfigurationen, beschädigten Dateien oder störenden Add-Ins, die die Speicherverwaltung von AutoCAD beeinträchtigen. Dieser Leitfaden beschreibt daher einige Optimierungen, die Ihnen helfen können, diese Abstürze zu vermeiden, ohne sich die Haare zu raufen.

Die Fehlermeldung selbst kann mit einer Reihe verschiedener Hexadezimalcodes angezeigt werden, wie zum Beispiel:

  • Unbehandelte Zugriffsverletzung beim Lesen (Ausnahme 0x0028) bei B3D24A0Fh
  • Unbehandelte Zugriffsverletzung beim Lesen (Ausnahme 0x0028) bei 2C87E970h

Die Hex-Adresse verweist lediglich auf eine bestimmte Speicheradresse, die beim Absturz beteiligt war – das bedeutet nicht unbedingt, dass Ihr RAM defekt ist, sondern nur, dass AutoCAD oder der GPU-Treiber aus irgendeinem Grund in einen fehlerhaften Zustand geraten ist.

So beheben Sie den AutoCAD-Zugriffsverletzungsfehler (Mittellange Führungen)

Methode 1: GPU-Voreinstellung auf Energiesparmodus stellen (Eine schnelle Problemumgehung)

Das ist etwas merkwürdig, aber auf Systemen mit mehreren Grafikkarten wechselt AutoCAD manchmal ruckartig zwischen integrierter und dedizierter GPU, was zu Darstellungsfehlern oder Abstürzen führen kann. Wenn Sie AutoCAD zwingen, die integrierte GPU zu verwenden (die in der Regel stabiler für CAD-Arbeiten ist), gewinnen Sie Zeit bei der Fehlersuche.

Das hilft, weil es die GPU-Treiberlast reduziert und AutoCAD stabiler laufen lässt. Erwarten Sie dadurch zwar keine blitzschnelle Grafik, aber zumindest sollten Abstürze vermieden werden.

Bei manchen Systemkonfigurationen funktioniert diese Lösung beim ersten Mal, bei anderen müssen Sie die App mehrmals öffnen oder Ihren PC neu starten.

  1. Drücken Sie die Windows -Taste und suchen Sie nach Grafikeinstellungen.
  2. Klicken Sie unter „Benutzerdefinierte Optionen für Apps“ auf „Durchsuchen“.
  3. Navigieren Sie zu: C:\Program Files\Autodesk\AutoCAD 2020\acad.exe(oder dem Pfad Ihrer spezifischen AutoCAD-Version)
  4. Wählen Sie AutoCAD aus und klicken Sie auf Optionen.
  5. Wählen Sie „Energiesparmodus“ und klicken Sie auf „Speichern“.
  6. Schließen Sie AutoCAD und starten Sie es neu. Testen Sie anschließend, ob die Abstürze seltener auftreten.

Methode 2: Optimierungen für Fensteranwendungen deaktivieren

Windows bietet einige Grafikoptimierungen speziell für Gamer, insbesondere für den Fenstermodus oder den randlosen Modus. Manchmal richten diese bei professionellen Anwendungen wie AutoCAD mehr Schaden als Nutzen an und verursachen seltsame Darstellungsfehler oder Zugriffsverletzungen.

Durch das Deaktivieren dieser Optimierungen kann die Synchronisierung Ihres Grafiktreibers mit AutoCAD verbessert und somit Abstürze reduziert werden.

  1. Gehen Sie zu den Grafikeinstellungen.
  2. Wählen Sie AutoCAD aus der Liste der Anwendungen aus – falls es nicht aufgeführt ist, müssen Sie es möglicherweise manuell hinzufügen.
  3. Klicken Sie auf Optionen.
  4. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen mit der Aufschrift „ Optimierungen für Spiele im Fenstermodus nicht verwenden“.
  5. Klicken Sie auf Speichern und starten Sie AutoCAD neu.

Falls diese Option nicht angezeigt wird, benötigt Ihr Windows möglicherweise ein schnelles Update. Alternativ können Sie versuchen, die hardwarebeschleunigte GPU-Planung in den Grafikeinstellungen zu deaktivieren.

Methode 3: Grafiktreiber aktualisieren oder neu installieren

Das ist ein Klassiker. Beschädigte oder inkompatible GPU-Treiber können erhebliche Probleme verursachen – insbesondere, wenn sie veraltet sind oder nicht von Autodesk zertifiziert wurden. Zugriffsverletzungen nach einem Treiberupdate sind keine Seltenheit.

Um das Problem zu beheben, aktualisieren Sie Ihre Treiber auf die neueste offizielle Version. Sollten die Abstürze weiterhin auftreten, hilft oft eine Neuinstallation, um fehlerhafte Treiberreste zu entfernen.

So geht’s:

Für Benutzer von AMD-Grafikkarten:

  1. Öffnen Sie die AMD- Softwareanwendung.
  2. Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.
  3. Falls Updates verfügbar sind, installieren Sie diese. Bei hartnäckigen Problemen laden Sie das neueste Treiberpaket herunter und führen Sie eine Neuinstallation durch (wählen Sie „Benutzerdefiniert“ und aktivieren Sie die Option „Neuinstallation“).

Für Benutzer von NVIDIA-Grafikkarten:

  1. Öffnen Sie die NVIDIA GeForce Experience App.
  2. Wechseln Sie zum Reiter „Treiber“.
  3. Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“, und falls ein neuer Treiber verfügbar ist, laden Sie ihn herunter und installieren Sie ihn.
  4. Starten Sie Ihren PC anschließend neu – das ist nach Treiberwechseln immer ratsam.

Noch ein kleiner Tipp: Auf einem meiner Systeme hat der neueste Treiber das Problem sofort behoben, auf einem anderen musste ich jedoch auf eine ältere, zertifizierte Version zurückgreifen. Falls der neueste Treiber also Probleme verursacht, versuchen Sie es mit einer früheren, stabilen Version.

Neben der Aktualisierung Ihrer Treiber sollten Sie auch sicherstellen, dass Sie die neuesten Windows-Updates installiert haben. Manchmal benötigt Windows selbst einen Patch, um reibungslos mit neuen Treibern oder Hardware zusammenzuarbeiten.